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Ist die Motivation zum Lernen einer Folgefremdsprache abhängig vom erfolgreichen Lernen der ersten Fremdsprache?

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The short answer

Ja, tendenziell hängen die beiden Motivationen zusammen, aber nicht sehr stark und nicht automatisch: Erfolg (bzw. positive Lernerfahrungen und Selbstbild) in der ersten Fremdsprache kann die Motivation für eine weitere Fremdsprache stützen, doch Studien zeigen auch, dass viele Lernende für ihre erste und zweite Fremdsprache ganz unterschiedliche Motivationsprofile entwickeln. Die Verbindung läuft eher über übertragbare Lernstrategien, Selbstvertrauen und das Selbstbild als durch die Fremdsprache selbst.

Answered for language learning in general. No specific language was set for this question, so the findings are drawn from general second-language research rather than one language’s literature.

Lernstrategien übertragen sich zwischen Sprachen

Wie ein Lernender bereits in seiner Muttersprache selbstgesteuert lernt, überträgt sich positiv auf das Lernen einer ersten Fremdsprache – und diese Übertragung wird durch Motivation für die Fremdsprache sogar verstärkt.3

In plain terms

'Selbstreguliertes Lernen' bedeutet, dass jemand sein eigenes Lernen plant, überwacht und anpasst, statt nur passiv Unterricht zu folgen.

Erfolg im Fach stärkt das Selbstbild als Sprachenlerner

Höhere Leistung in einer Fremdsprache verbessert das eigene Selbstbild als Fremdsprachenlerner ('Ich bin gut in Sprachen'), während gute Leistungen in Fächern wie Mathematik dieses Sprachen-Selbstbild eher schwächen.6,7

In plain terms

'Selbstkonzept' meint die persönliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich, hier: wie gut man sich selbst als Fremdsprachenlerner einschätzt.

Positives Selbstbild sagt spätere Motivation und Leistung voraus

Ein positives Zukunfts-Selbstbild als kompetenter Sprecher der Fremdsprache sagt sowohl motiviertes Lernverhalten als auch spätere Leistungen voraus – selbst wenn man die vorherige Leistung statistisch herausrechnet.9

In plain terms

Das 'ideale L2-Selbst' ist die Vorstellung davon, wie man als erfolgreicher Sprecher der Fremdsprache in der Zukunft sein möchte; sie wirkt wie ein motivierender Zielzustand.

Motivation für Sprache eins und zwei ist oft unterschiedlich

Bei Studierenden, die gleichzeitig Englisch und eine weitere Fremdsprache lernen, zeigte sich eine hohe Vielfalt: Die meisten Lernenden hatten für die beiden Sprachen unterschiedliche Motivationsprofile, wobei es aber sehr selten war, dass jemand für die eine Sprache extrem motiviert und für die andere extrem unmotiviert war.1

Erfolg in der Hauptsprache motiviert nicht automatisch für die Zusatzsprache

Ein starkes Interesse an internationalen Kontakten und ein positives mehrsprachiges Selbstbild sagten zwar vorher, wie viel Mühe Studierende in ihre erste Fremdsprache (Englisch) investieren wollten, nicht aber, wie viel Mühe sie in eine zusätzliche, gleichzeitig gelernte Fremdsprache investieren wollten.4

Positive Lernerfahrung ist der stärkste Einzelfaktor gegen Abbruch

In einer Untersuchung zu Motivation und Lernabbruch bei Fremdsprachenstudierenden war die konkrete Lernerfahrung (Unterricht, Lehrperson, Erfolgserlebnisse) der einflussreichste Einzelfaktor dafür, ob Studierende motiviert blieben und die Sprache weiterlernten – wichtiger als übergeordnete Zukunftsbilder oder externe Ziele.8

Sprachliche Nähe beeinflusst die Motivation für die nächste Fremdsprache

Wie nah sich die zweite Fremdsprache (L3) zur bereits gelernten ersten Fremdsprache (L2) anfühlt, beeinflusst die Motivation: Wer eine sprachlich näher verwandte dritte Sprache lernt, empfindet ihren praktischen Nutzen stärker als jemand, der eine sprachlich entferntere Sprache lernt.2

Multilinguale Kompetenz nutzt sich nicht dauerhaft von selbst ab

Selbst mehrsprachige Studierende konnten ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen beim Lernen einer neuen Fremdsprache über zwei Semester nicht automatisch aufrechterhalten; nur der Einsatz vielfältigerer, oft digitaler Lernstrategien verhinderte einen weiteren Rückgang.5

What to do with this

Wer eine zweite Fremdsprache motiviert lernen will, sollte nicht darauf warten, "perfekt" in der ersten zu sein, sondern gezielt die Elemente übertragen, die laut den Quellen tatsächlich wirken: gute, selbstgesteuerte Lerngewohnheiten (z. B. eigene Lernpläne, Selbstkontrolle) aus der ersten Fremdsprache bewusst auf die neue übertragen; auf positive, konkrete Lernerfahrungen achten (guter Unterricht, kleine Erfolgserlebnisse), da diese laut der neuseeländischen Studie der wichtigste Hebel gegen Motivationsverlust und Abbruch sind; sich ein klares, positives Zukunftsbild als kompetente/r Sprecher/in der neuen Sprache vorstellen, da ein solches Selbstbild nachweislich mit mehr Lernanstrengung und besseren Ergebnissen einhergeht; und bei der Wahl der zweiten Fremdsprache zu bedenken, dass eine sprachlich näher verwandte Sprache anfangs leichter nützlich und damit motivierender erscheinen kann. Gleichzeitig sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn die Motivation für die neue Sprache anders ausfällt als für die erste – das ist laut den Studien der Normalfall, kein Zeichen von Versagen.

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Worth knowing

  • Die vorliegenden Quellen stammen fast ausschließlich aus asiatischen (v. a. chinesischen), teils europäischen und nordafrikanischen Universitätskontexten und untersuchen meist Studierende, nicht Kinder oder ältere Erwachsene; die Übertragbarkeit auf andere Lernsituationen (z.
  • B. Selbstlerner ohne Studienkontext) ist unklar.
  • Keine der Studien misst direkt "erfolgreiches Lernen der ersten Fremdsprache" als klar definierte Erfolgsgröße und prüft anschließend kausal die Motivation für eine zweite Fremdsprache; die Befunde beruhen überwiegend auf Querschnittsdaten, Korrelationen und Selbstberichten, sodass Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung mit Vorsicht zu genießen sind.
  • Zudem unterscheiden sich die Studien stark in Methodik (Fragebögen, Interviews, Strukturgleichungsmodelle, Fallstudien mit sehr kleinen Stichproben), was einen einheitlichen, verallgemeinerbaren Schluss erschwert.

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See plans

  1. [1]Meng Liu, W. L. Quint Oga-Baldwin. Motivational profiles of learners of multiple foreign languages: A self-determination theory perspective. System 2022. doi.org/10.1016/j.system.2022.102762
  2. [2]Xuan Wang, Yilin Zhu. The Contribution of Linguistic Distance to L3 Learning Motivation: A Cross-L2 Comparison of University English as a Foreign Language Learners. Education sciences 2024. doi.org/10.3390/educsci14121271
  3. [3]Barry Bai, Xuan Zang, Gurpinder Lailli. The Cross‐Linguistic Transfer of Self‐Regulated Learning Strategy Use From L1 to L2: The Moderating Role of L2 Learning Motivation and Exposure. International Journal of Applied Linguistics 2025. doi.org/10.1111/ijal.12845
  4. [4]Sirui Zhou, Yongyan Zheng, Sihan Zhou, Haiyun Gan. Understanding multilingual student motivation through ideal self and international posture: a study of simultaneous language learning university programmes in China. Journal of Multilingual and Multicultural Development 2025. doi.org/10.1080/01434632.2025.2493359
  5. [5]Raees Calafato. Charting the motivation, self-efficacy beliefs, language learning strategies, and achievement of multilingual university students learning Arabic as a foreign language. Asian-Pacific Journal of Second and Foreign Language Education 2023. doi.org/10.1186/s40862-023-00194-5
  6. [6]Jens Möller, Katrin Arens, Christoph Niepel. L2 Learning and Academic Self-Concept: The Role of Dimensional Comparisons. Studies in Second Language Learning and Teaching 2025. https://eric.ed.gov/?id=EJ1478375
  7. [7]Jens Möller, Katrin Arens, Christoph Niepel. L2 Learning and academic self-concept: The role of dimensional comparisons. Studies in Second Language Learning and Teaching 2025. doi.org/10.14746/ssllt.48244
  8. [8]Maxwell Francis Olsen. Motivation, Learner Attrition, and the L2 Motivational Self System: A New Zealand Study of Heritage and Non-Heritage University Language Learners. Otago University Research Archive (University of Otago) 2017. https://ourarchive.otago.ac.nz/view/delivery/64OTAGO_INST/12396818250001891/13397237420001891
  9. [9]Y. Wong. Structural relationships between second-language future self-image and the reading achievement of young Chinese language learners in Hong Kong. 2018. doi.org/10.1016/J.SYSTEM.2017.12.003